Dokumentation
Die Magie der Mongolei
Isoliert von den undurchdringlichen Wäldern Sibiriens im Norden und der chinesischen Mauer im Süden hat sich im Herzen Asiens eine der schönsten und unberührtesten Naturlandschaften der Erde erhalten.
- Produktionsland und -jahr:
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- Datum:
- Sendetermin
- 16.04.2025
- 05:25 - 06:20 Uhr
Schneidend peitscht der Wind durch das Altaigebirge im Nordwesten der Mongolei. Es ist Winter. Minus 40 Grad Celsius machen einen Aufenthalt im Freien zur Qual. "Eingepackt wie die Kosmonauten", so witzeln die mongolischen Mitarbeiter, ist ein "Universum"-Team unter der Leitung des Regisseurs Heinz Leger in den Bergen unterwegs um Argali-Wildschafe zu drehen.
Widrige Arbeitsbedingungen bei extremer Kälte
Quelle: ORF/Interspot/Heinz Leger
Für die Reise in das kalte Herz Asiens waren umfangreiche Vorbereitungen notwendig. Wie dreht man bei solchen Temperaturen? "Am besten gar nicht", war die lapidare Antwort der konsultierten Techniker. Doch mit dieser Auskunft wollte sich das Team nicht zufrieden geben. Bei aufwändigen Materialtests wurden in der Kältekammer des Wiener Arsenals die Schwachstellen des Filmequipments aufgespürt und beseitigt. So mussten zum Beispiel Spezialkabel angefertigt werden, da herkömmliche Videokabel bei diesen Temperaturen wie dürres Holz brechen.
"Abgesehen von den wirklich widrigen Arbeitsbedingungen im Winter war die Gastfreundschaft der Menschen in den entlegenen Gebieten im russisch-chinesischen Grenzgebiet die größte Überraschung", erzählt Heinz Leger. "Selbst wenn wir unangemeldet mitten in der Nacht bei einer der wenigen Familien, die im Gebirge überwintern, auftauchten, wurden wir mit offenen Armen empfangen und reich bewirtet."
Quelle: ORF/Interspot/Heinz Leger
In dieser freundschaftlichen Atmosphäre entstanden atemberaubende Bilder der letzten kasachischen Adlerjäger, die mit ihren Steinadlern auf Beizjagd gehen, von Takhis, den mongolischen Wildpferden, die in den Tälern dem schneidenden Wind trotzen und Aufnahmen vom Moschustier, einem Verwandten unserer Hirsche, das aussieht wie ein Reh mit Vampirzähnen.
Von den eisigen Gipfeln im Norden zu den gewaltigen Sanddünen der Wüste Gobi: Unter der sengenden Sonne recken sich hier mächtige Sandberge in die Höhe. Der ständige Nordwestwind treibt den feinen Sand langsam vor sich her. Sand, der aus längst versiegten Flüssen und Seen stammt, wird hier zu Dünen geformt, die die Einheimischen "singenden Sand" nennen. In keiner Wüste der Welt gibt es so viele Sandberge mit Höhen von mehreren hundert Metern, und am abendlichen Feuer flüstern sich die Einheimischen oft Geschichten über die Dünengeister zu.
Die andere Seite der Mongolei
Quelle: ORF/Interspot/Heinz Leger.
Doch die Mongolei besteht nicht nur aus Sand und Stein, der Norden des Landes erinnert an unsere Alpen. Im dichten Lärchenwald sind Wildschweine ständig auf der Suche nach Futter, und in den Flüssen tummelt sich eine Vielzahl von Fischen, darunter der größte Verwandte aus der Familie der Forellen und Lachse, der Taimen.
Die Dokumentation, eine Koproduktion der Interspot Film mit dem ORF, dem WDR und dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, ist ein Streifzug durch ein Land der Extreme mit faszinierenden Bildern aus einer der kältesten und gleichzeitig der heißesten Gegenden der Welt.
P.S.: Die Kosmonauten, also das österreichische Filmteam, über das sich die mongolischen Fahrer lustig gemacht hatten, arbeitete noch Stunden in der Kälte, während die Fahrer längst wieder, vor Kälte schlotternd, in ihren Autos saßen.
Dokumentation von Heinz Leger.