Kultur
Die Osterglocken läuten - Von Klostergeheimnissen und kulinarischen Köstlichkeiten
Wir begeben uns auf eine Spurensuche nach den vielfältigen Osterglocken, die Tirol zu bieten hat, nach ihren individuellen Klängen und Geschichten und stellen die die besten regionalen österlichen Gaumenfreuden vor.
- Produktionsland und -jahr:
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- Datum:
- Sendetermin
- 20.04.2025
- 19:15 - 20:00 Uhr
In den Alpen gibt es einen reichen „Glockenschatz“ – viele Glocken haben die Kriege überstanden und läuten immer noch wie vor hundert und mehr Jahren – mit ihren eigenen Melodien, die auch für das Osterfest geschaffen worden sind.
Quelle: ORF/Produktion West/Gerhard Mader
Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass Ostern auch ein Fest der Töne und Geräusche ist - des Summens, Surrens und vor allem des Läutens an den Feiertagen.
Zuvor, am Gründonnerstag, "fliegen die Glocken nach Rom" - und stellen das Läuten ein. Mit der "Auferstehung Christi" beginnen die Glocken wieder zu läuten – und läuten das ganze Wochenende! Das Fasten in der Karwoche ist zu Ende, jetzt finden die großen Feiern mit ihren mannigfaltigen Brauchtümern statt.
Quelle: ORF/Produktion West/Gerhard Mader
Glocken sind wesentliche Begleiterinnen im Tongeschehen einer Stadt oder einer Gemeinde. Sie gehören zum Alltag und zu den Festtagen. Im Klang der Glocken wird auch im kulinarischen Sinne gefeiert: etwa mit "Osterbrot" oder "Fochaz" - der ursprünglich aus Südtirol stammenden Variante, die heute ebenso in Nordtirol zur Osterjause gehört.
In einigen Klöstern wird noch selbst gebacken, bei anderen gibt es angeschlossene Bäckereien, in denen die kulinarischen Spezialitäten erworben werden können.
Quelle: ORF/Produktion West/Gerhard Mader.
Zu einem würdigen Feiertagsmenü passt etwa ein Tiroler Kalbsrücken-Steak, aus dem eigenen Pachthof zugeliefert, mit Spargel aus Verona und selbst gemachter "Sauce Hollandaise". Schinken mit Kren, gebacken in Brot- oder Ölteig, wird zu den Osterjausen gereicht. Verschiedenste Ostereier-Rezepte helfen bei der Verwertung der bunten Köstlichkeiten.
Jedes Kloster, jeder Orden - ob Jesuiten, Franziskaner, Serviten oder Zisterzienser - hat seine eigenen Ostertraditionen und Geschichten. Anita Lackenberger taucht mit uns in eine oft fremde Welt ein, die jedoch die Grundlage für das für uns so wesentliche Frühlingsfest - das Osterfest - ist!
Ein Film von Anita Lackenberger und Gerhard Mader.
Zum Nachbacken - nicht nur zu Ostern gut
Karotten-Nuss-Torte
Zutaten:
300 g Karotten - fein gerieben
5 Eier
4 El Wasser - warm
200 g Staubzucker
1 Pkg Vanillezucker
1 Prise Salz
250 g Haselnüsse - gerieben
8 El Brösel (Paniermehl)
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Zimt
1 EL Rum
1 Zitrone - Schale abgerieben
Zutaten für Glasur:
200 g Staubzucker
2 EL Rum
2 EL Wasser - heiß
Zubereitung:
Eigelb, Wasser, 2/3 vom Staubzucker und Vanillezucker schaumig rühren. Eiweiß mit Salz und restlichem Zucker steif schlagen und zur Dottermasse geben. Zuletzt die restlichen Zutaten unterheben.
Bei 160 Grad ca. 1 Stunde backen.
Für die Glasur den Staubzucker mit Rum und heißem Wasser gut verrühren. Anschließend die noch warme Torte damit überziehen.
Osterhase rund, großer Osterhase, Osterkranz geflochten mit gefärbten Ei
Rezept aus Stift Stams, Bruder Franz
Zutaten:
500 g Mehl glatt
50 g Germ (Hefe)
100 g Zucker
90 g Butter
250 ml Milch lauwarm
3 Eier
5 g Salz
1 Pk. Vanillezucker
2 cl Rum
1 Ei zum Bestreichen
Hagelzucker zum Bestreuen
Quelle: ORF/Produktion West/Gerhard Mader
Zubereitung:
Alle Zutaten in einer Rührschüssel vermengen und solange schlagen bis der Teig Blasen wirft.
Den Teig in der Rührschüssel lassen und mit einem Tuch abdecken und mindesten eine Stunde ruhen lassen, die Teigmenge sollte sich verdoppelt haben.
Anschließend den Teig mit den Händen nochmals ordentlich durchkneten, in Stücke teilen und diese beliebig formen.
Die geformten Teile auf ein Backblech legen mit einem Tuch abdecken und nochmals eine halbe Stunde gehen lassen.
Danach mit Ei bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen.
Bei 180 Grad ca. 40 Minuten backen.
Germteig – für Godlpack und Fochaz (Südtiroler Osterbrot)
Rezept von Sebastian Waldhart
Zutaten:
500 ml Milch lauwarm
1100 g Mehl glatt
15 g Salz
50 g Zucker
2 Eier
50 g Butter weich
1 Würfel Germ (Hefe)
1 Pk. Vanillezucker
1 Zitrone - Abrieb
Ei zum Bestreichen
Hagelzucker für Godlpack
Anis für Fochaz
Zubereitung:
Alle Zutaten vermengen und kräftig abschlagen. Anschließend den Teig mindestens eine Stunde rasten lassen. Danach den Germteig mit den Händen ordentlich durchkneten.
Für´s Godlpack eine Henne für Mädchen oder einen Hasen für Buben formen. Die Teigstücke auf ein Backblech legen und zugedeckt eine halbe Stunde rasten lassen. Danach mit Ei besteichen und mit Hagelzucker bestreuen.
Bei 180 Grad ca. 35 Minuten backen.
Für Fochaz den Teig rund formen, mit einer Teigkarte ein Muster hineindrücken. Auf ein Backblech legen, mit einem Tuch abdecken und eine halbe Stunde rasten lassen. Danach mit Ei bestreichen und mit Anis bestreuen.
Bei 180 Grad ca. 35 Minuten backen.
Griesnockerl - Suppeneinlage für Rindsuppe
Rezept der Jesuiten in Innsbruck
Zutaten:
100 g Grieß (Hartweizengrieß)
1 mittelgroßes Ei
50 g Butter, weich
1 Prise Salz
1 Prise Muskat
Zubereitung:
Das Ei mit der weichen Butter verrühren. Salz und Muskat dazugeben. Den Grieß unterheben und gut vermengen, so dass eine glatte Masse entsteht. Unbedingt 10 Minuten ruhen lassen!!
Dann haselnussgroße Stücke abstechen und mit nassen Händen ovale Nocken formen. In kochendes Wasser geben und 10 Minuten leicht kochen lassen. Hitze runterschalten und nochmals 10-15 Minuten ziehen lassen.
Die Nocken nicht in der Suppe kochen, da sie dann unklar wird.
Gefüllte Eier
Rezept der Jesuiten in Innsbruck
Zutaten:
10 Eier
2 EL Mayonnaise
1 EL Senf
1 Dose oder Glas Kaviar
Gurkenflüssigkeit (von Essiggurkerl)
Salz und Pfeffer
Zubereitung:
Eier 8 Minuten hart kochen, pellen und der Länge nach halbieren. Eigelb vorsichtig aus dem Eiweiß lösen und in eine Schüssel geben. Salzen, dann Mayonnaise und Senf dazugeben. Alles kräftig mit einem Pürierstab durchrühren. Abschmecken.
Tipp: Sollte die Masse zu fest oder klumpig sein, kann man sie mit etwas Gurkenbrühe geschmeidig machen. Es dürfen keine Klümpchen mehr da sein.
Die Masse in einen Spritzbeutel füllen und die Eihälften wieder damit auffüllen.
Garnieren mit Kaviar, Petersilie oder Lachsstreifen.
Sauce Hollandaise, zu gedünstetem Spargel und Früherdäpfeln
Rezept der Jesuiten in Innsbruck
Zutaten:
250 g Butter
3 Eidotter
3 EL Wasser
1 EL Zitronensaft
Salz
Pfeffer, weißer Cayennepfeffer
Zubereitung:
Die echte holländische Soße (in der französischen Küche Sauce hollandaise genannt) ist wohl die vielseitigste klassische Soße überhaupt. Vielseitig, weil man sie zu Fisch, Fleisch und Gemüse reichen kann oder weil sie oft als Grundlage für andere Soßen (z. B. die Sauce Chantilly) dient. Man bereitet sie folgendermaßen zu:
Butter in einem Topf zerlassen, aber nicht erhitzen!
Eigelb mit Zitronensaft, Wasser und Salz in einen Topf geben und diesen ins heiße Wasserbad stellen. Mit einem Rührbesen (besser elektrischem Mixer) solange rühren, bis die Masse cremig ist.
Den Topf aus dem Wasserbad nehmen (wichtig, sonst gerinnt die Soße) und jetzt nach und nach zuerst teelöffelweise dann esslöffelweise unter ständigem Rühren die flüssige Butter zugeben. Mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer abschmecken und sofort servieren.
Die Soße kann man nicht mehr aufwärmen, weil sie sonst gerinnt. Aber sie schmeckt auch lauwarm über heißem Spargel. Wer es nicht ganz so üppig mag, kann ruhig weniger Butter verwenden, es ergibt dann aber eben auch weniger Soße.