Kultur

"Kulturzeit" vom 25.02.2025: JD Vance, der Papst und die Nächstenliebe

Die Themen der Sendung: JD Vance und die Kirche, Gespräch mit Daniel Benjamin zu USA und Europa, 100 Jahre "The New Yorker", Film "Heldin", James Bond, 100 Jahre VW-Käfer.

Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2024
Datum:
Verfügbar
weltweit
Verfügbar bis:
bis 25.05.2025

Die Themen der Sendung:

JD Vance, der Papst und die Nächstenliebe - Gespräch mit Daniel Benjamin

Der in einem konservativ-evangelikalen Haushalt aufgewachsene US-Vizepräsident JD Vance konvertierte 2019 zum Katholizismus. Als größten Einfluss zu dieser Entscheidung gibt er den lateinischen Kirchenvater Augustinus an. Augustinus habe ihm die "Möglichkeit gegeben, den christlichen Glauben auf eine stark intellektuelle Weise zu verstehen", verlautbarte Vance nach seiner katholischen Taufe im August 2019. Der Kirchenvater lehre, ein Christ habe "zuerst die eigene Familie zu lieben, dann den Nachbarn, dann die Gemeinde, dann das eigene Land - und erst danach kann man sich auf die ganze Welt konzentrieren".

Vance wirft nun der katholischen Kirche der USA vor, mit ihrer Einstellung zur Migration ebendiesen Grundsatz auf den Kopf zu stellen. Das blieb auch bei Papst Franziskus nicht ungehört. Dieser konterte: "Christen wissen sehr wohl, dass unsere eigene Identität als Personen und als Gemeinschaften nur dann ihre Reife erlangt, wenn wir die unendliche Würde aller bejahen. Christliche Liebe ist keine konzentrische Ausdehnung von Interessen, die sich nach und nach auf andere Personen und Gruppen erstrecken." Der wahre "ordo amoris" sei der, "den wir durch die ständige Betrachtung des Gleichnisses vom 'barmherzigen Samariter' (vgl. Lk 10,25-37) entdecken, das heißt durch die Betrachtung der Liebe, die eine Geschwisterlichkeit aufbaut, die für ausnahmslos alle offen ist." Der Papst legt sich indirekt mit der neuen Regierung in den USA an und ermutigt die Oberen der katholischen Kirche Amerikas, "Solidarität und Brüderlichkeit" zu leben. Wir sprechen mit Daniel Benjamin, Präsident der American Adademy in Berlin.

Mehr zur USA

100 Jahre "The New Yorker"

Es ist 100 Jahre her, dass Harold Ross und seine Frau Jane Grant bei Pokerspielen und flüssigen Mittagessen im Algonquin Hotel davon träumten, was sie eine "Comic-Zeitung" nannten. Die Entstehung des Magazins als Mischung aus Humor, Kunst, tiefgründiger Berichterstattung, kritischen Essays, Poesie und Fiktion machen den New Yorker heute zum führenden Magazin der US-Intellektuellen. Wir zeigen die Geschichte des Blattes.

Film "Heldin" über den Pflegenotstand

Spätschicht im Krankenhaus: Eine Krankenschwester, die alles gibt – und trotzdem an ihre Grenzen stößt. "Heldin", der neue Film der Schweizer Regisseurin Petra Volpe, begleitet Floria, gespielt von Leonie Benesch, durch eine Nacht auf einer Station mit chronischem Personalmangel. Mit beinahe dokumentarischer Genauigkeit begleitet die Kamera die Schwester, die mit professioneller Eile und Gelassenheit zugleich eine nie versiegende Flut an immer neuen Problemen zu bewältigen hat, nie zur Ruhe kommt, der kleinste Fehler könnte fatale Folgen haben.

Petra Volpe hat lange selbst eine Wohnung mit einer Krankenpflegerin geteilt und schrieb ihr Drehbuch, nachdem sie den Tatsachenbericht einer anderen Krankenschwester, Madeline Calvelage "Unser Beruf ist nicht das Problem. Es sind die Umstände", gelesen hatte. Schon heute fehlen in Deutschland rund 90.000 Pflegekräfte, und die Lage wird sich weiter verschärfen: Bis 2049 könnte sich der Mangel auf bis zu 690.000 fehlende Fachkräfte mehr als versiebenfachen. Was bedeutet das für diejenigen, die unter Dauerstress um Leben kämpfen und doch selbst mit allergrößtem Einsatz immer wieder an den Zuständen zu scheitern drohen? "Heldin" handelt sehr intensiv von einem Thema, das uns alle angeht.

James Bond bei Amazon

Die langjährigen Produzenten der James-Bond-Filme, Barbara Broccoli und Michael G. Wilson, haben überraschend die kreative Kontrolle über das Franchise abgegeben. Das Unternehmen Amazon MGM Studios, das seit 2022 zu 50 Prozent Teilhaber ist, wird in Zukunft die Geschicke leiten. Damit steht das Franchise möglicherweise vor einem drastischen Umbruch. Der bislang letzte Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" hatte 2021 seine Premiere gefeiert. 2022 übernahm der Tech-Gigant Amazon die MGM Studios für 8,5 Milliarden US-Dollar. Damit erwarb das Unternehmen das MGM-Archiv mit über 4000 Filmen und 17.000 TV-Serien. Auch die James-Bond-Reihe gehörte dazu. Bislang lag die kreative Kontrolle allerdings allein bei Broccoli und Wilson beziehungsweise deren Firmen Danjaq und EON Productions. Unter James-Bond-Fans und Medien-Insidern ist der Schritt umstritten. Befürworter hoffen, dass es nach nur zwei James-Bond-Filmen in den letzten zehn Jahren wieder häufiger neue Abenteuer von 007 geben wird. Kritiker befürchten, dass Amazon MGM Studios die Marke James Bond rücksichtslos ausschlachten und den Markt damit übersättigen könnte. Broccoli und Wilson hatten TV-Serien und Spin-off-Filme bislang stets ausgeschlossen und sich dafür ausgesprochen, dass James Bond ein besonderes Kinoerlebnis bleibt.

100 Jahre VW-Käfer

Nein, nicht Ferry Porsche hat ihn erfunden - vor hundert Jahren, 1925 erfand ein junger Student im Alter von 18 Jahren das Prinzip des "kommenden Volkswagens", wie Béla Barényi seine Erfindung nannte. Es gibt wohl kaum einen anderen Gegenstand des Alltagsdesigns, der eine so unglaubliche Geschichte hinter sich gebracht hat, wie der VW Käfer. Die viel geliebte "Knutschkugel" mußte erstmal als NS-Kraft-Durch-Freude-Wagen herhalten, als VW Kübelwagen in den Krieg ziehen und durfte später in den 1960er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in vielen bunten Farben die Hippie-Bewegung bereichern. Ferry Porsche hat auf der Basis des Volkswagens seinen ersten Sportwagen gebaut.

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